Dobermann Tagebuch

Meine Erlebnisse mit Max

Dobermann & andere Hunde

Ab zum Tierarzt

Am 22. September 2012 von webmaster geschrieben
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Ich nähe. Morgens, noch vorm Frühstück räume ich schnell die Stoffreste von meiner Nähsession am Abend weg. Der schöne blaue Chiffonstoff gefällt mir für ein Halsband für Max. Nur zur Probe binde ich ihm eine Schleife um den Hals und überlege wie ich ein Halsband daraus nähe. Max lässt sich meine Anprobe gefallen. Wahrscheinlich, weil er in Gedanken schon beim Frühstücksnapf ist, der in der Küche auf ihn wartet. Er bekommt ihn, schlabbert ihn leer und ist im Nu wieder an meiner Seite. Plötzlich dreht er seinen Kopf zu seiner Schulter und zieht er sich das Schleifenband vom Hals. Ich hasche nach dem Ende. Zu spät … Er hat es sofort verschluckt, leckt sich genüsslich das Maul. Ich gucke dumm, meine Gedanken fahren Kreisel … Noch nie hat Max den Mülleimer ausgeräumt oder Haushaltsartikel angeknabbert. So etwas hören wir immer nur von anderen auf dem Hundeplatz. Nach einer kurzen Schockstarre überlege ich wie ich das Band wieder heraus bekomme. Die Gefahr, dass sich das etwa einen Meter lange Band im Darm verfängt ist groß. Mit Sauerkraut umwickeln? Zu riskant. Ich entscheide das Band muss oben wieder heraus.

Meinen Kindern würde ich Salzwasser geben. Aber wie bekomme ich Max dazu das zu trinken? Gar nicht! Also schnell zum Tierarzt. Ich erkläre kurz was sich wo befindet und er gibt Max eine Spritze und schickt mich schnell auf den, neben seiner Praxis liegenden Feldweg. Die Spritze bewirkt, dass es ihn würgt. Ich sehe wie stark sich sein Brustkorb und der ganze Bauch zusammenziehen. Mein großer mächtiger Dobermann ist plötzlich ganz klein. Ich halte fest seinen Oberkörper umklammert. Ich habe das Gefühl ich muss jetzt besonders für ihn da sein.

Beim zweiten Mal übergeben ist das Band da, zusammen mit dem kompletten unverdauten Frühstück. Jetzt ist mir auch klar, warum Max das Band gefressen hat: Max hatte zum Frühstück gekochtes Herz und ich hatte Brühe mit in den Napf geschüttet. Das Band hat beim Fressen darin geschliffen und muss unwiderstehlich nach Hühnchen gerochen haben. Max dachte sicher es hängt noch etwas von seinem Frühstück an ihm …

Langsam lässt die Spritze nach. Ich bezahle den Tierarzt und nehme meinen, in sich zusammen gefallenen Riesen mit nach Hause. Er wirkt schwach und k.o. Den Rest des Tages verbringt Max schlafend auf seiner Decke, direkt neben meinen Beinen. Ich schätze er braucht die Nähe und ich brauche die Kontrolle. Heute hatte ich ungemeine Angst um meinen Hund, ich zittere noch …

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