Dobermann Tagebuch

Meine Erlebnisse mit Max

Dobermann & andere Hunde

Bewusst ins Jahr 2014

Am 2. Januar 2014 von webmaster geschrieben
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Max und ich sind gemeinsam ins Neue Jahr gestartet. Ich Zähne-Putzend, mich Bett-fertig-machend und Max ängstlich und schutzsuchend, direkt neben mir am Waschbecken sitzend. Wie viele Hunde hatten gestern wohl Angst und haben die wohl schlimmste Nacht des Jahres durchlebt?

Mich macht nicht nur das Erlebnis nachdenklich: Was haben wir an Geldern wieder in die Luft geschossen, an bunten Raketen, lauten Knallern und wirbelnden Böllern! Mir kam der Gedanke an die Mama in Afrika, die ihr sterbendes Kind im Arm hält, das sie nicht ernähren kann und für das es kein sauberes Wasser gibt; für das es an elementaren Dingen fehlt. Wir grausam muss es dann sein zu wissen, wie verschwenderisch wir umgehen und wie wir in unserer Luxusgesellschaft Geld am Jahresende sprichwörtlich verbrennen! Ich muss weinen bei diesem schmerzhaften Gedanken. Doch es muss nicht der Blick nach Afrika sein: In europäischen Tierheimen kämpfen engagierte Menschen täglich um das Überleben gequälter und ausgesetzter Tiere. Mit dem Geld, das an Silvester für Raketen und Feuerwerksartikel verschossen wird, könnten die Tierheime ihre Schützlinge für mehrere Wochen, vielleicht sogar Monate versorgen.

Und wie sieht die Realität stattdessen aus? In wie vielen Zwingern und Käfigen der Tierheime haben gestern Hunde, Katzen und Nager verzweifelt und verängstigt in der Ecke gesessen und sich gefürchtet. Angst gehabt vor grellen Lichtblitzen, vor pfeiffenden unbekannten Geräuschen und knallenden Effekten? Nicht jedes Tier hat das Glück wie Max jemanden an der Seite zu haben, der ihm beisteht, der einfach da ist und einen Unterschlupf bietet. Auch das macht mich traurig.

Am Neujahrsmorgen verließ ich mit Max in der Frühe das Haus, dichter Nebel hing in der Luft – Nebel aus dem Schwefelqualm der Raketen, der sich erst so langsam gegen Mittag lichtete. Während dieser jährliche Dunst der vergangenen Nacht verzieht und mit sich auch die schrecklichen Geräusche nimmt, bleiben die leeren Papprolllen der Chinaböller, die Plastikkappen der Raketen und die vielen halb aufgeweichten Überbleibsel diverser Knaller noch eine ganze Weile liegen. Auf den Fußwegen und Straßen verschwinden sie innerhalb der nächsten Woche, wenn die städtischen Kehrmaschinen wieder ihren Einsatz aufnehmen. Doch auf den vielen Feldern und Waldrändern werde ich mich noch wochenlang über diesen unnützen Müll ärgern, der mir täglich bei meinem Gang mit Max begegnet – solange bis der Regen die roten Pappröhrchen aufgeweicht und weggeschwemmt hat.

Ich wünsche mir und allen Lesern für das Neue Jahr 2014 – für alle Hunde, Tiere und Menschen – dass wir bewusster leben und erleben.

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