Dobermann Tagebuch

Meine Erlebnisse mit Max

Dobermann & andere Hunde

Herbstdüfte

Am 26. Oktober 2012 von webmaster geschrieben
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Es ist Herbst geworden. Wir laufen durch den morgendlichen Wald. Dichter Nebel hängt zwischen den Bäumen. Es ist feucht und kühl und dennoch glitzert die Sonne zwischen den Bäumen. Sie steht tief, dadurch schillert sie schön zwischen den gelben und braunen Blättern. Es riecht feucht, nach Erde. Wenn ich das so rieche – wie wird es Max gehen? Dass Feuchtigkeit Düfte besonders gut speichert, weiß jeder, der schon einmal mit einem feuchten Hund in einem geschlossenen Raum war…

Max raschelt durch das Laub, er ist schon fast bis zu den Knien eingesunken. So viel Laub liegt schon auf den Waldwegen. In einigen Wochen werden die Bäume kahl sein. Max liebt das feuchte Laub, er taucht mit seiner Nase immer wieder ganz tief ein. Ganz sicher halten sich die Düfte in dem feuchten Laub besonders gut. Er schiebt seine Nase auf dem Boden entlang und läuft langsam mit den Pfoten durchs Laub raschelnd hinterher. Plötzlich wird sein gleichmäßiger Schritt unterbrochen, Max hält kurz inne. Er hat etwas gehört, nun schnuppert er intensiver. Ich höre sein Schnüffeln, seine Schritte werden schneller. Er rennt los. Ich rufe. Er bleibt stehen und schaut in den Wald. Jetzt sehe ich es auch, tief im Wald auf einer Lichtung stehen Rehe, zwei Stück. Die hat er also gehört und gerochen.

Was uns Menschen doch an Düften entgeht! Hunde können ihre Umwelt auch noch dann voll wahrnehmen, wenn sie blind sind. Ihre Nase vermittelt ihnen dann noch so viele Informationen, um sich zu orientieren. Informationen, die wir Menschen gar nicht wahrnehmen – weder mit den Augen noch mit der Nase. Spürnase Max hat also eindeutig die besseren Karten, wenn es um Orientierung geht. Gut, dass wir uns beide darauf verlassen können.
Als wir hierhergezogen sind, hatten wir uns auf unserer Waldrunde verlaufen. Gut, ich hatte mich verlaufen. Es kam ewig kein Weg, der zurückführte, also bin ich mit Max umgekehrt. Nach der dritten Kreuzung konnte ich mich aber nicht mehr erinnern, wo wir hergekommen waren. Kurz stand ich ratlos im Wald, dann habe ich Max schnuppern lassen. Wie blind bin ich ihm eine ganze Weile hinterhergelaufen. Als ich den Waldpfad in der Nähe unseres Hauses erkannte, wusste ich, dass wir richtig sind. Ich habe auf Max und seine Nase vertraut und er hat uns heimgeführt. Komisch, dass er manchmal so lange braucht, um seine Leckerchen in der Wiese im Garten zu finden. „Funktioniert“ die Nase nicht, wenn Hunde aufgeregt sind oder wenn es keine Gefahr ist, die droht? Oder ist Max einfach nur zu verfressen?

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